Warum die aktuelle Sommergerste trockener Witterung und Frost trotzt

Erster Saatenstandsbericht für Sommergerste 2026 in Deutschland veröffentlicht.

Die deutsche Braugersten-Gemeinschaft e.V. erwartet in diesem Jahr eine Sommergerstenfläche von rund 320.000 Hektar. Grundlage dieser Schätzung sind Saatgutverkäufe sowie ersten Schätzungen in den Landesförderverbänden für Braugerste. In dieser Fläche sind rund 30.000 Hektar im Herbst ausgesäte Sommergerste enthalten. Es wird davon ausgegangen, dass rund 307.000 Hektar mit dem Ziel „Brauqualität“ geführt werden. Zudem wird die Winterbraugerstenfläche deutschlandweit auf gut 37.000 Hektar geschätzt.
Der Winter 2025/26 lag mit durchschnittlich 1,8 Grad Celsius erneut über dem langjährigen Mittel und war damit der 15. Winter in Folge mit positiver Temperaturabweichung. Besonders auffällig waren der sehr trockene Witterungsverlauf mit deutlichen Niederschlagsdefiziten vor allem im Nordosten sowie gleichzeitig schneereiche Phasen in Teilen Norddeutschlands. In den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen dominierte die winterliche Witterung am nachhaltigsten. Während der Januar noch mit starken Frösten aufwartete, endete der Winter deutschlandweit außergewöhnlich mild und vorfrühlingshaft mit Temperaturen bis nahe 20 Grad Celsius.
Laut Braugersten-Gemeinschaft waren die Aussaatbedingungen sowohl für die Herbstaussaat 2025 von Winterbraugerste resp. Sommergerstensorten, sowie für Sommergerste im Frühjahr 2026 nahezu perfekt. Die Sommergerste konnte bei optimalen Bodenbedingungen ab Mitte März ausgebracht werden. Anfang April war die Aussaat in Deutschland auch in späten Regionen und Höhenlagen zu 100 Prozent abgeschlossen.
Bei den Herbstaussaaten von Sommergerste gab es aufgrund starker Fröste regional Auswinterungen, die zum Umbruch der Bestände und Neuansaat von Sommergerste führten. Insgesamt entwickelten sich die Bestände gut und zeigen bis Anfang Mai ein ausgewogenes und gesundes Wachstum. Große Tag-Nacht Temperaturunterschiede und sommerliche Tagestemperaturen von über 25 Grad Celsius trockneten die Oberböden stark aus. Rechtzeitig einsetzende Niederschläge Anfang Mai brachten jedoch die für die Pflanzen notwendige Wasser- und Nährstoffversorgung und sorgten in vielen Anbauregionen für Entspannung.
Das Sortenspektrum wird von den im Berliner Programm zur Verarbeitung empfohlenen Sorten Amidala, Lexy, Caruso und Leandra dominiert. Darüber hinaus sind KWS Donau, KWS Somerset sowie Sorten für den Vertragsanbau im Anbau.
Quelle: BRAUGERSTEN-GEMEINSCHAFT e.V.

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