Ernte-Prognose 2026 für Braugerste da

Erste Ernteergebnisse bestätigen starke regionale Unterschiede.

In den vergangenen Wochen haben deutschlandweit die Braugerstenrundfahrten und Informationsveranstaltungen vor der Ernte stattgefunden. Die Fördergemeinschaften für Braugerste sowie die Landesanstalten für Landwirtschaft und Landwirtschaftskammern erstellen in diesem Rahmen regelmäßig Ernteprognosen. Diese lassen für Deutschland eine leicht unterdurchschnittliche Braugerstenernte erwarten, gleichzeitig werden überwiegend gute Qualitäten bei leicht erhöhten Proteingehalten prognostiziert.

Inzwischen wurden erste belastbare Ergebnisse aus den wichtigsten Anbauregionen geliefert, die von den Landesförderverbänden an die Braugersten-Gemeinschaft e.V. gemeldet wurden:
Aus Rheinland-Pfalz liegen erste Ergebnisse der Winterbraugerste vor. Die bislang geernteten Flächen erreichen Erträge von rund 6,5 t/ha. Mit einem durchschnittlichen Proteingehalt von 10 % und einem Vollgerstenanteil von 93 % bewegen sich sowohl Eiweiß- als auch Sortierungswerte im guten mittleren Bereich. Auch aus Thüringen werden erste Druschergebnisse von Winterbraugersten gemeldet. Die Erträge liegen mit rund 80 dt/ha auf einem befriedigenden Niveau. Die Proteingehalte bewegen sich zwischen 9,5 und 10,5 %, die Vollgerstenanteile liegen überwiegend bei über 90 % und erfüllen damit die Anforderungen der Mälzereien.

Anders stellt sich die Situation in den Früherntegebieten für Sommergerste auf leichten, kiesigen Standorten wie in der Münchner Schotterebene oder dem Lechfeld südlich von Augsburg dar. Dort haben die Pflanzen auf die anhaltende Wasser- und Nährstoffknappheit mit einer geringeren Bestockung und kurzen Ähren reagiert. Die Erträge liegen hier teilweise deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig fällt die Sortierung vielfach sehr gut aus. Aufgrund des fehlenden Verdünnungseffekts wurden jedoch hohe bis sehr hohe Proteingehalte (14% – 16%) festgestellt.

Aus Niedersachsen wird berichtet, dass die Auswirkungen der Hitzetage Ende Juni derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden können. Zunächst wurden Probleme bei der Sortierung sowie niedrige Proteingehalte befürchtet. Die bislang angelieferte Ware bestätigt diese Tendenz teilweise: Die Proteingehalte fallen sehr niedrig aus und die Vollgerstenanteile bewegen sich an der unteren Grenze. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass später und bei Vollreife geerntete Partien höhere Proteingehalte erreichen.

Insgesamt dürfte die Hitzewelle Ende Juni insbesondere bei später ausgesäten Sommergersten Ertrag gekostet haben. Dennoch wird deutschlandweit weiterhin mit einer insgesamt knapp durchschnittlichen Braugerstenernte bei guten Qualitäten gerechnet. Dr. Markus Herz von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft prognostiziert eine Ernte von rund 320.000 Tonnen Qualitätsbraugerste, einschließlich etwa 30.000 Tonnen Winterbraugerste in Bayern. Erwartet werden durchschnittliche Proteingehalte, jedoch leicht unterdurchschnittliche Erträge und Vollgerstenanteile. Auch der Markt zeigt sich weiterhin ruhig. Ein voraussichtlich etwas kleineres Angebot trifft auf eine verhaltene Nachfrage. Reduzierte Mälzereikapazitäten sowie vorhandene Überhänge aus der Vorjahresernte wirken derzeit preisdämpfend.

Für eine tabellarische Darstellung der Ernteprognose aus den einzelnen Bundesländern sind noch nicht ausreichend Daten vorhanden.

Quelle: Braugersten-Gemeinschaft e.V.

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